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Unsere Haltung

Jedes Kind ist stark. Auf seine eigene Weise.

Kinder und Jugendliche bringen eigene Geschichten, Erfahrungen, Gefühle, Fähigkeiten und Sichtweisen mit. Wir begegnen ihnen mit der Überzeugung, dass ihre Perspektiven wertvoll sind und sie bereits vieles mitbringen, an das Bildung anknüpfen kann.

Für uns gibt es nicht die eine Art, Kind zu sein. Und nicht die eine Art, stark zu sein.

Bildung bedeutet für uns, Entwicklung möglich zu machen

Wir verstehen Bildung als einen Prozess, in dem junge Menschen sich selbst, andere und die Welt besser verstehen lernen. Sie sollen Wissen erwerben, Fragen stellen, Zusammenhänge erkennen, eigene Standpunkte entwickeln und erleben können, dass ihr Handeln einen Unterschied macht.

Dafür brauchen Kinder und Jugendliche Räume, die Orientierung und Sicherheit geben und gleichzeitig Neugier, Widerspruch und Beteiligung zulassen. Wir arbeiten ressourcenorientiert und mit Blick auf Beziehungen und Lebenswelten. Verhalten, Erfahrungen und Bedürfnisse betrachten wir immer auch in ihrem jeweiligen Kontext.

Wir nehmen Unterschiede und Machtverhältnisse ernst

Kinder wachsen nicht unter denselben Bedingungen auf. Gesellschaftliche Vorstellungen darüber, wer dazugehört, was als normal gilt und wessen Stimme Gewicht bekommt, prägen auch Bildungsräume.

Unsere Arbeit ist deshalb diskriminierungs- und rassismuskritisch sowie machtsensibel. Wir beschäftigen uns mit Vorurteilen und Zuschreibungen ebenso wie mit gesellschaftlichen und institutionellen Bedingungen, die Ungleichheit hervorbringen oder aufrechterhalten können.

Dabei nehmen wir unterschiedliche Erfahrungen ernst und machen Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar wie Unterschiede. Kinder und Jugendliche sollen Worte und Wissen für das bekommen, was sie erleben und beobachten. Sie sollen Zusammenhänge verstehen und Möglichkeiten kennenlernen, mit denen sie selbst und gemeinsam mit anderen handeln können.

Verantwortung betrachten wir dabei immer im Verhältnis zu den Möglichkeiten, die Menschen tatsächlich haben. Ein Kind, eine Mitschülerin, eine Lehrkraft und eine Institution verfügen über unterschiedliche Handlungsspielräume und damit auch über unterschiedliche Verantwortung.

Beziehung, Sicherheit und Vertrauen gehören zum Lernen

Lernen braucht Beziehungen und einen Rahmen, in dem junge Menschen sich orientieren können. Wir gestalten unsere Angebote verlässlich, traumasensibel und emotional zugänglich. Persönliche Erfahrungen dürfen Raum bekommen, ohne Voraussetzung für Beteiligung zu sein.

Gefühle verstehen wir als wichtigen Teil von Bildungsprozessen. Kinder und Jugendliche dürfen Unsicherheit, Wut, Angst, Freude oder Irritation wahrnehmen und ausdrücken und gleichzeitig Wege kennenlernen, damit umzugehen und Unterstützung zu finden.

Wir richten den Blick auf vorhandene Ressourcen, Beziehungen und Handlungsmöglichkeiten. Dabei interessiert uns nicht nur das einzelne Kind, sondern auch das Umfeld, in dem es lebt und lernt.

Beteiligung braucht echten Raum

Kinder und Jugendliche haben Wissen über ihre eigenen Lebenswelten. Dieses Wissen nehmen wir ernst.

Partizipation bedeutet für uns, ihre Perspektiven in Bildungsprozesse einzubeziehen und ihnen dort, wo Entscheidungen gemeinsam getroffen werden können, tatsächliche Mitgestaltung zu ermöglichen.

Gleichzeitig tragen Erwachsene besondere Verantwortung. Sie gestalten Räume, setzen Grenzen, bieten Orientierung, greifen bei Diskriminierung ein und sorgen dafür, dass Beteiligung nicht davon abhängt, wie laut, selbstbewusst oder durchsetzungsfähig ein Kind ist.

Auch unsere Haltung bleibt in Bewegung

Pädagogische Arbeit verlangt für uns auch den Blick auf uns selbst. Unsere Erfahrungen, gesellschaftlichen Positionierungen und Vorstellungen beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir Situationen bewerten und welche Entscheidungen wir treffen.

Deshalb gehören Selbstreflexion, fachlicher Austausch und die Bereitschaft, die eigene Praxis weiterzuentwickeln, zu unserer Arbeit.

Unsere Konzepte orientieren sich an aktuellen fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gleichzeitig bleiben wir aufmerksam für gesellschaftliche Veränderungen und für das Wissen, das Kinder und Jugendliche selbst über ihre Lebenswelten mitbringen.

Kinder zu stärken bedeutet für uns nicht, sie auf eine Welt vorzubereiten, in der sie alles aushalten können. Es bedeutet auch, diese Welt mit ihnen zu verändern.

Das Team

Malaika und Maria, die beiden Gründerinnen von Anders Stark, im Grünen
Malaika und Maria sitzen gemeinsam an einer Wand

Fotos: Sabine Rudnizkij

Maria Fatoumatta Bremer, Gründerin von Anders Stark, freigestellte Ganzkörperaufnahme
Gründerin

Maria

Anders Stark ist für mich ein echtes Herzensprojekt. Die Idee dahinter ist auch aus der Frage entstanden, was ich Kindern heute gerne mitgeben möchte und was ich selbst in meiner Schulzeit an manchen Stellen gebraucht hätte.

Mein Studium der Sonderpädagogik bildet dabei eine wichtige Grundlage für meine Arbeit. Mir ist wichtig, Bildungsräume so zu gestalten, dass Kinder ernst genommen werden, sich ausprobieren können und erleben, dass ihre Gedanken und Gefühle zählen.

Durch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in ganz verschiedenen Kontexten, von der Jugendhilfe bis zur Grundschule, durfte ich vielfältige Lebensrealitäten, Altersgruppen und Perspektiven kennenlernen. Diese Erfahrungen prägen auch meinen Blick auf Bildung: Mich interessieren die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und die Themen, die sie tatsächlich beschäftigen. Dazu gehören längst auch digitale Räume. In meinem aktuellen Masterstudium der Medienpädagogik beschäftige ich mich deshalb damit, wie Kinder und Jugendliche auch in diesen Lebenswelten angemessen begleitet werden können.

Mit Anders Stark möchte ich Angebote entwickeln, die Kindern und Jugendlichen etwas mitgeben und gleichzeitig Erwachsene und Bildungseinrichtungen zum Nachdenken und Weiterentwickeln einladen. Dabei darf Bildung für mich auch Spaß machen, kreativ sein und ziemlich viel gelacht werden.

Außerhalb der Bildungsarbeit liebe ich Sonne, Leo-Print & Ananas.

Gründerin

Malaika

„Wo gehöre ich eigentlich hin?“ – eine Frage, die mich beim Aufwachsen zwischen drei Kulturen immer wieder begleitet hat. Heute ist genau diese Erfahrung ein Teil dessen, was mich in meiner Arbeit antreibt. Ich möchte, dass Kinder, die sich ähnliche Fragen stellen oder Rassismuserfahrungen machen, früh erfahren: Ich bin damit nicht allein. Meine Erfahrungen haben einen Platz und meine Perspektive zählt.

Ich habe Soziale Arbeit studiert und mich bereits in meiner Bachelorarbeit mit dem Impostor-Syndrom bei Schwarzen Studierenden beschäftigt. Heute studiere ich psychosoziale Beratung im Master. In den vergangenen Jahren habe ich mit ganz unterschiedlichen Menschen gearbeitet – von Mädchen in vulnerablen Lebenssituationen über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen. Als Multiplikatorin gebe ich außerdem Workshops zu Antirassismus und Empowerment sowie zu Essstörungen, Sexualität und (Cyber-)Mobbing.

Bei Anders Stark verbinde ich diese Erfahrungen mit präventiver Bildungsarbeit. In der Arbeit mit Kindern möchte ich Räume schaffen, in denen die eigenen Ressourcen sichtbar werden und Kinder entdecken können, was Stärke für sie ganz persönlich bedeutet. In der Arbeit mit Fachkräften geht es mir besonders darum, Empathie zu fördern und gleichzeitig den eigenen Blick und die eigene Position zu reflektieren.

Und wenn es mal nicht um Bildungsarbeit geht, gebe ich mit erstaunlicher Konsequenz Geld für Bücher und Reisen aus. Zu meinen Leidenschaften gehören außerdem französischer Rap, Sportkurse und Schokobrezeln.

Malaika Viriato, Gründerin von Anders Stark, freigestellte Ganzkörperaufnahme